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Aus dem Rohstoff Zuckerrohr entstand über die Fermentierung und Destillierung ein Stoff, der, wie man in Brasilien sagt, noch ausruhen muss. Durch Hinzufügen von Wasser wird der Alkoholgehalt reguliert und mit Zucker der Geschmack. In den traditionellen Alambiques - Brennereien - darf der edle Tropfen noch "ausruhen" und sein Aroma entfalten bevor er in Flaschen gefüllt wird. Während für Cognac, Whiskey und Rum nur Eiche zur Reifung eingestzt werden darf, stehen für das Zuckerrohrdestillat aus Brasilien 25 zugelassene Holzsorten zur Verfügung.
Ein Cachaça, der in Brasilien ein Jahr reift, müsste in Schottland rund 3,5 Jahre lagern, um das gleiche Reifungsniveau zu erreichen.
Je nach Geschmack, Tradition und Ausgangsstoff geschieht das kurze Zeit oder mehrere Jahre. Hier werden Cachaças angeboten, die wie der Armazem Onix 16 Jahre reift. Die Kreativität kennt keine Grenzen - verwendet werden Fässer aus dem weit verbreitetem Holz der Eiche, oder dem härtesten Holz der Welt, dem Eisenholz (Ipê), aber auch edle Hölzer wie Zeder, Freijo, Jatoba, Jequitiba oder Bálsamo haben einen besonderen Reiz ...
Jequitiba-Carvalho
Um das Etikett gereift "envelhecida" tragen zu dürfen, muss der größere Anteil des Zuckerrohrschnapses mindestens 1 Jahr in Fässern lagern, die maximal 700 Liter fassen dürfen. Reift er nur kurze Zeit oder wie es in der Massenproduktion üblich ist, gar nicht, dann spricht man von jungem Cachaça.
Unter den Brennmeistern ist allgemein anerkannt, dass die Lagertemperatur des Destillates 30° Grad nicht überschreiten sollte, eine hohe Luftfeuchtigkeit förderlich ist, Sonne und Wind dem Reifungsprozess eher hinderlich sind. In erster Linie ist jedoch Wert auf ausserordentliche Hygiene und auf die Auswahl des Holzes zu achten: es sollte nicht zu aggressiv sein. Während der Lagerung müssen die Fässer entweder ganz voll oder mit maximal 20% gefüllt sein. Wären sie halbvoll, würden unerwünschte Oxidationsprodukte entstehen.
Je nach verwendeter Holzart verändert sich der Geschmack und die Farbe des Cachaças. Verpönt, aber trotzdem anzutreffen, ist die künstliche Färbung, um zu suggerieren, das es sich um einen gereiften Cachaça handelt. Besonders beleibt ist dies bei Rum.
Während die Eiche einen typisch vanilligen, dunklen Ton abgibt, ist bei Eisenholz (Ipé) nur ein dezentes Aroma durch die Lagerung zu erwarten. Jedes Holz verbreitet sein spezielles Aroma - daraus resultiert eine unglaubliche geschmackliche Vielfalt. Leicht wie Wodka oder aromenreich wie Sherry - es gibt wohl kaum eine andere Spirituose, die derartige Vielseitigkeit entwickelt. Oftmals werden auch verschiedene Holzarten für die Lagerung verwendet - gleichzeitig oder nacheinander. Mindestens ein Jahr gereifte Cachacas findet sich unter der Rubrik gereifte Cachaças. |